Sternstunden 3

Noch ein weiteres Beispiel aus der Abteilung „unverantwortliche Kassandrarufe“. Oder auch: „haltlose Kassandrarufe“. Mit diesen wenig schmeichelhaften Attributen wurde und wird der Bahnspezialist und Journalist Arno Luik bedacht. Seit er nicht nur die Sinnhaftigkeit des Megabahnprojekts Stuttgart 21 in mehreren Publikationen mit guten Gründen in Frage stellte, sondern auch auf die potentielle Gefährlichkeit dieses Baus verwies. Seine auf Bahndokumenten beruhenden Warnungen haben ihn dorthin gebracht, wo auch die antiken Kassandrarufe endeten: in den Verdacht, wahnsinnig zu sein.

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Sternstunden 2

… Um das Prinzip noch an einem anderen, sehr konkreten Beispiel zu verdeutlichen, an das sich noch alle erinnern: Paris, Notre Dame, 15. 4. Nach allem was wir wissen ging bereits um 18.18 ein erster Alarm ein, der, warum auch immer, keine Reaktionen zeitigte. Erst der 2. Alarm, offenbar um 18.48, löste feuerpolizeiliche Konsequenzen aus. Wie wir wissen, zu spät, um den zwischenzeitlich entfachten Brand noch bekämpfen zu können. Uns geht es, um im Bild zu bleiben, genau um diese „30 Minuten“. Genauer: um die Zeit zwischen ersten Ahnungen, Rauchzeichen und der Eskalation eines dann nur mehr mit Gewalt zu bekämpfenden Konflikts. Mittlerweile hat eine Untersuchungskommission weitere, überaus aussagekräftige Fakten ans Licht gebracht, die zeigen an welchen „Banalitäten“ präventive Gegenmaßnahmen oft scheitern.

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Sternstunden 1

Wenn es Cassandra gut geht, geht es der Welt schlecht. Wenn sie endlich einmal recht bekommt, ist bereits etwas schiefgelaufen. Dann ist es wieder mal zu spät. Dann hat man wieder mal nicht rechtzeitig reagiert. Dann hat man wieder Unübersehbares doch übersehen. Rote Linien nicht beachtet. Sich längst Anbahnendes nicht wahrhaben wollen. Derzeit haben wir Hochkonjunktur in Sachen dieser „Sternstunden“:

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