Ein Deutscher Sonderweg?

Viele der erregten Gemüter auf den großen Demonstrationen gegen die Maskenpflicht sind lediglich besorgte Bürger, fernab von rechtem Gedankengut?
…Mag sein, daß es ein Fehler wäre, pauschalisierend von einer primär rechtslastigen Bewegung zu sprechen – als Symptom eines nicht ungefährlichen Gärungsprozesses ist sie dennoch ernst zu nehmen- gerade wegen dieser scheinbar ungerichteten Energien und der nationalen Singularität der Geschehnisse.

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Ein falscher Frieden für Afghanistan

Der 11. September 2001 ist ein Spätsommertag in New York. Der Himmel ist blau, kaum eine Wolke zu sehen. In der Sprache der Luftfahrt „Sichtflugwetterbedingungen“. Um 8:45 Ortszeit wird an diesem Tag die Geschichte für Millionen New Yorker*innen in ein davor und ein danach geteilt. Der Tag und seine Ereignisse brennen sich tief in das Bewusstsein der Menschen rund um die Welt ein – nine/eleven, der 11. September – er wird zu einem der Tage, bei dem jede*r später weiß, wo er oder sie gerade war.

Kaum ein Tag in der jüngeren Vergangenheit hat so dramatische Folgen wie der 11. September 2001. Für die USA, die NATO und Afghanistan markiert dieser Tag auch den casus belli für den, bis heute andauernden Afghanistankrieg. Im Jahr 2020 soll dieser Krieg endlich enden. Die USA unterschreiben gemeinsam mit den verfeindeten Taliban ein Abkommen, das sie selbst als ‚Peace Deal‘ feiern. Doch Kritik wird laut – hat sich der ‚Dealmaker‘ Donald Trump über den Tisch ziehen lassen? – ein Gastbeitrag von Julian Schlicht

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Auf dem Ballermann der „Freiheit“

Das Volk, „der große Lümmel“, schlägt derzeit heftig über die Stränge. In den zeitweilig coronal Stillgestellten scheint sich mächtig was angestaut zu haben. Die einen stürmen die Mallorca und die Ostseestrände und lagern sich hautnah aneinander. Die anderen proben den Aufstand für das was sie Ihre „Freiheit“ nennen und sind in Berlin zu ganz großer, schriller Form aufgelaufen. 20.000 wippend, Schalmeienblasend und flotte Reden schwingend zogen durch die Hauptstadt und konnten sich endlich allgemeiner Aufmerksamkeit sicher sein. Was macht es der fröhlich freiheitsdürstenden Herde da schon aus, dass sich ein paar hundert hardcore Nazis dazu gesellen , um die Party aufzumischen und zu Ihrer Sache machen.

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Die Macht der Rasse

Recht gegen Chaos, überlegene Kultur gegen Minderwertigeres war die Losung. Gewiß man gab sich kosmopolitisch und weltoffen, doch im Untergrund der Seelen lauerte sprungbreit das Klischee und das Ressentiment, bereit bei geeigneter Gelegenheit zum Angriff überzugehen. Solange wir diese latente Disposition, dieses fatale Erbe leugnen und uns ihm nicht stellen, wird es immer nur bei Lippenbekenntnissen und betroffenen symbolischen Gesten bleiben.

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„Wir retten Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären“ – Boris Palmer

Eine verächtliche Kampfansage gegen alles in der Wahrnehmung ihres Autors Kranken und Alten, Hinfälligen. Eine Triage aus Worten. Sie stellt letztlich in unschöner Unverblümtheit die Frage der Prioritäten und teilt die Welt in zwei Hälften: hier das lebenswerte, junge , gesunde Leben – dort all das, was in einem halben Jahr wahrscheinlich ohnehin schon unter der Erde liegt.

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Lebenshelfer und Sinnstifter in Zeiten von Corona & Hölderlin

mit jedem neuen Desaster wird die Schar der Mutmacher größer . Sie nennen sich „Sinnstifter“ , „Berufungsberater“ , „Lebensversteher“, „ Zukunftsspeaker“ ,heißen Horx oder Quarch (beide Namen könnten erfunden sein, sind es aber nicht) und spenden gegen Bezahlung Hilfe jeder Art en gros und en Detail. Jetzt im Zeichen von Corona blüht das Gewerbe förmlich auf.

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