Ein falscher Frieden für Afghanistan

Der 11. September 2001 ist ein Spätsommertag in New York. Der Himmel ist blau, kaum eine Wolke zu sehen. In der Sprache der Luftfahrt „Sichtflugwetterbedingungen“. Um 8:45 Ortszeit wird an diesem Tag die Geschichte für Millionen New Yorker*innen in ein davor und ein danach geteilt. Der Tag und seine Ereignisse brennen sich tief in das Bewusstsein der Menschen rund um die Welt ein – nine/eleven, der 11. September – er wird zu einem der Tage, bei dem jede*r später weiß, wo er oder sie gerade war.

Kaum ein Tag in der jüngeren Vergangenheit hat so dramatische Folgen wie der 11. September 2001. Für die USA, die NATO und Afghanistan markiert dieser Tag auch den casus belli für den, bis heute andauernden Afghanistankrieg. Im Jahr 2020 soll dieser Krieg endlich enden. Die USA unterschreiben gemeinsam mit den verfeindeten Taliban ein Abkommen, das sie selbst als ‚Peace Deal‘ feiern. Doch Kritik wird laut – hat sich der ‚Dealmaker‘ Donald Trump über den Tisch ziehen lassen? – ein Gastbeitrag von Julian Schlicht

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„Wir retten Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären“ – Boris Palmer

Eine verächtliche Kampfansage gegen alles in der Wahrnehmung ihres Autors Kranken und Alten, Hinfälligen. Eine Triage aus Worten. Sie stellt letztlich in unschöner Unverblümtheit die Frage der Prioritäten und teilt die Welt in zwei Hälften: hier das lebenswerte, junge , gesunde Leben – dort all das, was in einem halben Jahr wahrscheinlich ohnehin schon unter der Erde liegt.

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WHY Cassandra?

The power of providence? It never paid off for Cassandra, because doubters and warners are always unwelcome. She is an ambivalent personality of nightmarish modernity, perishing clairvoyantly. The first of her kind. Certainly not the last. Her bale: To be right, but not heard. And what role does Fictional literature play in such a world of tomorrow? Could it at least be heard – even when it warns and
expresses doubts?

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In eigener Sache: „Europa eine Geschichte seiner Kulturen“ – erscheint im März

Eine Kulturgeschichte für Europa heute – von der Antike bis in die Gegenwart

Was hält Europa zusammen? In einer neuen Kulturgeschichte Europas von den mythischen Anfängen bis heute zeigt der Literatur- und Kulturwissenschaftler Jürgen Wertheimer, worin die DNA des Kontinents besteht: Europa nimmt sich seit jeher als Gemeinschaft der Vielfalt wahr, die ständigen Veränderungen nach innen und außen, Verhandlungen, Streit und Diskussionen unterliegt – ohne sich auf ein festes Selbstbild zu verpflichten. Trotz aller Krisen und Kriege liegt darin auch die Stärke: Seit der Antike hat sich daraus eine Kultur der Befragung, Selbstbefragung und Offenheit gebildet, die sich in den kulturellen Zeugnissen der vergangenen Jahrhunderte, vor allem in der erzählenden Literatur, spiegelt. Sie wird von vielen in der Welt geliebt und bewundert, aber auch beargwöhnt, gefürchtet und bekämpft. Gute Gründe, sich darauf zu besinnen!

Hardcover mit Schutzumschlag, ca. 650 Seiten, 15,0 x 22,7 cm, 80 farbige Abbildungen
Random House - Penguin Verlag
ISBN: 978-3-328-60063-3
                        Erscheint am 16. März 2020