Das Europa der Decadents

Gebt Europa diese Chance, sich zu einer gut ausgebauten Drehscheibe der Kulturen werden zu lassen, zu einer Rettungsinsel, die den Bewegungen von Menschen einen Arbeit- und Lebensplatz auf Zeit gibt und die Kühnheit besitzt, dabei auch ganz neue Wege zu gehen. Werden wir heute gedanklich so flexibel, beweglich und kreativ wie Lessing es bereits vor 250 Jahren war. Das „ tearing down the walls“ muss jetzt beginnen und es muss hier in Europa beginnen.

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WHY Cassandra?

The power of providence? It never paid off for Cassandra, because doubters and warners are always unwelcome. She is an ambivalent personality of nightmarish modernity, perishing clairvoyantly. The first of her kind. Certainly not the last. Her bale: To be right, but not heard. And what role does Fictional literature play in such a world of tomorrow? Could it at least be heard – even when it warns and
expresses doubts?

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„La Gazzetta“ – Rossini / Oper Frankfurt

Der Vater will die Tochter ganz unverblümt verscherbeln. Die freilich hat ihre Wahl längst getroffen – expressiv beglaubigt von traumhaften Koloraturen – und Kapriolen. Ein tollkühnes, aberwitziges Spiel um Liebe und Profitgier, Verwechslungen, Erpressungsversuche und Verwandlungen…
Schließlich wird aus der „einen“ Liebesgeschichte am Abgrund väterlicher Befehle – der Entschluss der Frauen zu einem eigenen Leben. Und das ist auch eine Geschichte von Verzicht, Wut, Entschlossenheit – und Ängsten angesichts einer ungewissen Zukunft.

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In eigener Sache: „Europa eine Geschichte seiner Kulturen“ – erscheint im März

Eine Kulturgeschichte für Europa heute – von der Antike bis in die Gegenwart

Was hält Europa zusammen? In einer neuen Kulturgeschichte Europas von den mythischen Anfängen bis heute zeigt der Literatur- und Kulturwissenschaftler Jürgen Wertheimer, worin die DNA des Kontinents besteht: Europa nimmt sich seit jeher als Gemeinschaft der Vielfalt wahr, die ständigen Veränderungen nach innen und außen, Verhandlungen, Streit und Diskussionen unterliegt – ohne sich auf ein festes Selbstbild zu verpflichten. Trotz aller Krisen und Kriege liegt darin auch die Stärke: Seit der Antike hat sich daraus eine Kultur der Befragung, Selbstbefragung und Offenheit gebildet, die sich in den kulturellen Zeugnissen der vergangenen Jahrhunderte, vor allem in der erzählenden Literatur, spiegelt. Sie wird von vielen in der Welt geliebt und bewundert, aber auch beargwöhnt, gefürchtet und bekämpft. Gute Gründe, sich darauf zu besinnen!

Hardcover mit Schutzumschlag, ca. 650 Seiten, 15,0 x 22,7 cm, 80 farbige Abbildungen
Random House - Penguin Verlag
ISBN: 978-3-328-60063-3
                        Erscheint am 16. März 2020                    

Donald Trump vs. Kassandra oder: König Priamos in Davos

Donald Trump findet in Davos, es sei an der Zeit für Optimismus und „Action“. Die „Weltuntergangspropheten“ müsse man zurückweisen, der technologische Fortschritt werde die Probleme der Menschheit schon bewältigen. Das 20. Jahrundert habe ja gezeigt, was möglich sei. – Ein gefährlich einseitige Sicht findet Julian Schlicht in diesem Gastbeitrag

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